Andrologie heißt wörtlich übersetzt „Männerkunde“.
Dieses Spezialgebiet der Medizin befasst sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen. Somit ist die Androloge die männliche Entsprechung der Gynäkologie.

Wir bieten ein großes Spektrum der Diagnostik und Therapie von Fruchtbarkeitsstörungen an. Beispielsweise führen wir Hormonuntersuchungen, Spermiogramme und Inseminationsvorbereitungen (Spermaaufbereitung) durch.

Der alternde Mann (Seneszenz)

Nicht nur die Lebenserwartung der Frau, auch die des Mannes steigt ständig und damit verbunden auch der Wunsch nach hoher Lebensqualität im Alter. Während die Erforschung der Besonderheiten des Alterns der Frau zu klaren diagnostischen und therapeutischen Richtlinien geführt hat, fehlt eine vergleichbare Datenlage auf Seiten des Mannes. Die Forschung versucht, hier Abhilfe zu schaffen. Gleichzeitig besteht aber schon jetzt der Bedarf, spezifische Probleme alternder Männer zu erkennen und adäquat zu behandeln. Während Anti-Aging-Medizin und verschiedene unkontrollierte Behandlungsvorschläge in diese Lücke einspringen, gehört es zur Aufgabe des Andrologen, den alternden Mann evidenz-basiert zu betreuen. Dazu gehören die Besonderheiten der Zeugungsfähigkeit des alternden Mannes, die zunehmende erektile Dysfunktion, die LUTS-Symptomatik (Lower Urinary Tract Symptoms) mit Erkrankungen der Prostata, die Osteoporose mit erhöhtem Frakturrisiko sowie allgemeine internistische Erkrankungen, die vor allem den alternden Mann betreffen. In diesem Bereich bringen der internistisch-endokrinologische Androloge ebenso wie der urologische oder dermatologische Androloge Spezialkenntnisse aus ihren Heimatfächern mit, die grundsätzlich von allen Andrologen beherrscht werden. Im Vordergrund der Behandlungsmöglichkeiten steht heute eine nach internationalen Empfehlungen zu erfolgende Testosteron-Substitution. Hinzu kommen insbesondere Maßnahmen der Prävention.

Störungen der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion)

Zahlreiche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Karzinome führen zu Schädigungen der Erektionsfähigkeit und damit zu Impotenz. Umgekehrt kann das Auftreten einer erektilen Dysfunktion erster Hinweis für andere zugrunde liegende Störungen sein (z.B. koronare Herzkrank-heit). Die Abklärung der Ursachen einer Erektionsstörung und ihre gezielte Behandlung mit den modernen Mög-lichkeiten der Psychotherapie und der medikamentösen Behandlung insbesondere mit Phosphodiesterase-5-Inhibitoren gehören zu den Aufgaben des Andrologen. Ebenso muss der Androloge mit den verschiedenen Grundkrankheiten vertraut sein, um unter Umständen weitere Fachärzte in die Behandlung einzubeziehen.

Störungen der Hormonbildung im Hoden (Hypogonadismus)

Eine Beeinträchtigung der Hormonbildung im Hoden (Testosteronmangel) führt zu schweren Störungen des Be-findens und der Körperfunktionen (Blutbildung, Knochenstoffwechsel, Anabolismus, kognitive Funktionen, Stimmung, Libido und Erektionsfähigkeit). Die vielfältigen Ursachen eines derartigen Hypogonadismus, der grob in primären, sekundären und Alters-Hypogonadismus eingeteilt wird, müssen vom Andrologen erkannt werden, wobei heute ebenfalls genetische Ursachen eine große Rolle spielen. Die exakte Diagnostik eines Testosteronmangels und die Durchführung einer effektiven Substitutionstherapie mit Gelen, Tabletten, Kapseln oder Injektionen verbessert nicht nur die Lebensqualität des Patienten, sondern beugt auch schweren Folgeschäden (z.B. Knochenfrakturen) vor. Die sorgfältige Überwachung einer Testosteronsubstitution, die meistens lebenslang erfolgen muss, und das Erkennen eventueller Kontraindikationen gehören zu den Aufgaben des Andrologen.

Störungen der Zeugungsfähigkeit (Infertilität)

Die reproduktiven Funktionen des Mannes unter natürlichen und krankhaften Bedingungen stellen einen wichtigen Schwerpunkt der Andrologie dar. Als Partner des reproduktionsmedizinischen Gynäkologen können Andro-logen wesentlich in der Erkennung und Behandlung von Störungen der Zeugungsfähigkeit des Mannes ärztlich tätig werden. Bei entsprechender Indikation können die Chancen auf Vaterschaft durch Hormongaben oder Antibiotika-Behandlung verbessert bzw. herbeigeführt werden. Eingehende Kenntnisse der Einflüsse von Umweltfaktoren (z.B. am Arbeitsplatz) sind zur Erkennung möglicher dadurch verursachter Fertilitätsstörungen erforderlich. Da auch Erkrankungen anderer Organsysteme wie z.B. Herz-Kreislauf, Leber, Niere zu Störungen der Zeugungsfähigkeit führen können, muss der Androloge in der Lage sein, derartige Erkrankungen zu erkennen.

Männliche Verhütung (Kontrazeption)

Die dauerhafte Unterbindung bzw. Teilresektion beider Samenleiter beim Mann (Vasektomie).
Dies ist ein ambulanter, operativer Eingriff, der heute von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr getragen wird. Daher wird dieser Wunscheingriff’ inkl. Vor- und Nachuntersuchung mit der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) privat vergütet.
Das erste Beratungsgespräch und die Voruntersuchung in der Praxis ist eine Leistung, die wir über die Krankenkasse abrechnen dürfen.
Sollten Sie sich nach eingehender Beratung mit Ihrer Frau zur Durchführung der ambulanten Sterilisationsoperation entscheiden, werden danach sämtliche Leistungen privatärztlich mit Ihnen abgerechnet.
In der Praxis werden jährlich rund 100 Sterilisationen vorgenommen. Die Qualität der Operationen wird statistisch erfasst und die Zahl der Komplikationen liegt im Promille- und nicht im Prozentbereich. Damit wird gerade diese Operation in unserer Praxis weit besser als im Durchschnitt durchgeführt.
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