inkontinenzViele Frauen kennen das Problem – aber kaum eine spricht darüber: Denn schließlich ist es nicht nur unangenehm, sondern auch peinlich, wenn frau beim Husten, Lachen, Treppensteigen oder beim Sport plötzlich keine Kontrolle mehr über ihre Blase hat.
Ein solcher Kontrollverlust über Blase oder Schließmuskel wird von den Betroffenen oft auch deshalb als traumatisch empfunden, weil damit eine beträchtliche psychologische Dimension verbunden sein kann. Mit der Beherrschung der Ausscheidungsorgane geht in der frühen Kindheit ein wichtiger Schritt in Richtung von Körperbeherrschung und Erwachsenwerden einher. Wer in die Hose macht, ist unselbständig, bleibt ein- oder wird wieder zum Kind. Mit dem Phänomen „Inkontinenz“ kehrt somit unbewusst eine Ur-Versagensangst des Kindes zurück.
Diese Angst ist letztlich mit ein Grund dafür, dass die Inkontinenz heute noch immer zu den verschwiegenen Krankheiten zählt. Nur die wenigsten Frauen trauen sich über ihr vermeintliches Versagen zu sprechen, geschweige denn, kompetente Hilfe in Anspruch zu nehmen. Stattdessen wird schweigend weiter gelitten, nicht zuletzt deshalb, weil viele meinen, es gebe als Lösung nur aufwendige operative Eingriffe.
Harninkontinenz – ein Problem mit verschiedenen Ursachen
Dabei ist nicht jede Therapie für jede Frau geeignet. Wichtig ist es deshalb, die Ursachen der Inkontinenz herauszufinden. Diese können sehr verschiedenartig sein. Oft verliert der Beckenboden nach den Strapazen einer Geburt seine Festigkeit und Elastizität. Blase, Gebärmutter und Harnröhre finden dadurch keinen optimalen Halt mehr und senken sich ab. Auch hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre können eine Inkontinenz nach sich ziehen. Das Bindegewebe wird lockerer, die Harnwege weiten sich. Die Folge: Der Blasenschließmuskel hält nicht mehr im erforderlichen Umfang dicht, es kommt insbesondere beim körperlicher Aktivität zu nicht kontrollierbaren Blasenentleerungen. Klarheit über die richtige Behandlungsmethode schafft deshalb nur das Gespräch und die Untersuchung durch den Urologen. Eine Blasenspiegelung und ggf. Blasendruckmessung und andere spezielle Untersuchung geben neben einer eingehenden körperlichen Untersuchung wichtige Aufschlüsse über den Grad der Inkontinenz und die richtige Therapiemethode.Was tun, wenn Beckenbodentraining allein nicht ausreicht?
Oft reicht schon, gerade bei den ersten Anzeichen einer Stressinkontinenz, ein spezielles Beckenbodentraining, mit dem die strapazierte Beckenbodenmuskulatur wieder in Form gebracht wird. Nach fachkundiger Anleitung wird diese Behandlungsform von frau in eigener Regie zuhause weitergeführt – bei entsprechender Trainingsdisziplin meist übrigens mit sehr gutem Erfolg. Unterstützt wird der Trainingserfolg auch durch jede Art von Sport, durch den die Bauchmuskulatur gekräftigt wird. In manchen Fällen kann auch ergänzend eine gezielte Hormongabe helfen, die zu einer Straffung des Bindegewebes und damit zu einer Verbesserung der Elastizität von Blase, Harnwegen und Beckenboden führt.
Gute Erfolge zeigen operative Behandlungsverfahren, die nur einen minimalen Eingriff bei hervorragenden Ergebnissen erfordern: Die TVT- (Tension free vaginal tape) oder die TOT Operation (transobturatorisches tape). Hierbei wird die Harnröhre durch ein kleines Band abgestützt, das im Becken verankert wird.
Gemeinsam werden wir die für Sie richtige Therapiealternative finden..

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Dr. med. Raacke
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