
Inkontinenz
Nach Schwangerschaft oder Operation haben viele Frauen im Alter eine beginnende Belastungsinkontinenz. Wir Urologen nehmen uns Ihrem Fall gerne an.
Inkontinenz bei Männern ist ein häufiges, oft gut behandelbares Problem, das durch Prostatavergrößerungen, nach Krebsoperationen oder durch neurologische Erkrankungen entstehen kann. Sprechen Sie uns an, wir können helfen.
Kompetenzen
Die Blase
Die Harnblase dient als Speicherorgan für Urin und funktioniert durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Muskulatur und nervaler Steuerung. Ihre Wand besteht überwiegend aus dem Detrusormuskel, einem glatten Muskel, der sich bei der Blasenentleerung zusammenzieht. Gleichzeitig wird die Harnröhre durch den inneren (unwillkürlichen) und äußeren (willkürlich steuerbaren) Schließmuskel verschlossen gehalten, sodass Urin gespeichert werden kann.
Während der Füllungsphase bleibt der Detrusormuskel entspannt, die Schließmuskeln sind aktiv. Erst wenn ein bestimmtes Füllvolumen erreicht ist und die Entleerung bewusst eingeleitet wird, kontrahiert der Detrusor, während sich die Schließmuskeln entspannen – der Urin wird ausgeschieden.
Inkontinenz entsteht, wenn dieses Zusammenspiel gestört ist.

Formen der Inkontinenz
Belastungsinkontinenz:
Symptome: Urinverlust bei körperlicher Aktivität, schweren Heben, oder beim Husten, Niesen, oder Lachen.
Ursachen: Schwächung der Beckenbodenmuskulatur oder des Schließmuskels.
Dranginkontinenz:
Symptome: Plötzlich einsetzender, starker Harndrang, der oft nicht unterdrückt werden kann, bevor die Toilette erreicht ist.
Ursache: Überaktivität der Blasenmuskulatur, die sich unkontrolliert zusammenzieht.
Mischinkontinenz:
Symptome: Unkontrollierter Harndrang sowie Urinverlust bei körperlicher Anstrengung.
Ursache: Kombination auf Drang- und Belastungsinkontinenz.

Diagnostik der Inkontinenz
Wesentliche Schritte in der Diagnostik einer Inkontinenz sind die Anamnese, das Führen eines Miktionstagebuchs (Blasentagebuch) über 3-14 Tage, körperliche Untersuchungen, Urinanalysen, Ultraschall von Blase/Beckenboden sowie urodynamische Messungen zur Bestimmung der Blasenfunktion.
Anamnese & Patientengespräch: Besprechung der Art des Urinverlusts (bei Belastung oder Drang), Häufigkeit, Trinkmengen und Vorerkrankungen.
Miktionstagebuch: Aufzeichnung von Flüssigkeitsaufnahme, Toilettengängen, Urinmenge und Zeitpunkt des Harnverlusts.
Urin- und Blutuntersuchung: Zum Ausschluss von Entzündungen (z.B. Blasenentzündung) oder Nierenfunktionsstörungen.
Ultraschall (Sonographie): Untersuchung der Nieren, Blase und des Beckenbodens (Restharnbestimmung).
Pad-Test (Vorlagentest): Wiegen der Einlagen, um den Grad des Urinverlusts zu messen.
Blasenspiegelung (Zystoskopie): Bei Bedarf, um Gewebeveränderungen in der Harnröhre oder Blase direkt zu betrachten.
Die Therapie der Inkontinenz
Um das Wasserlassen wieder in den Griff zu kriegen gibt es medikamentöse und operative Therapieansätze. In den meisten Fällen bevorzugen die Patientinnen und Patienten vor einem operativen Eingriff zunächst eine medikamentöse Therapie.
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